17.09.2026 im East Hotel
Die SUSTAIN! beim Reeperbahn Festival 2026
Die SUSTAIN! ist zurück und in diesem Jahr breiter aufgestellt als je zuvor. Zum Kurator:innenteam gehören wie immer Netzwerk Green Events und The Changency, neu dabei sind die Initiative Barrierefrei Feiern und NeNe, das Netzwerk für neurodivergente Music Professionals.
Die jährliche SUSTAIN! Konferenz der nachhaltigen Musik- und Veranstaltungsbranche im Rahmen des RBF, verbindet auch 2026 ökologische, soziale und strukturelle Perspektiven: von der Keynote zur Frage, warum echte Transformation mehr verlangt als guten Willen, über ein spannendes Panel zu Klimaresilienz und dem Umgang mit Extremwetter auf Großevents und zwei Panels zu Inklusion als Kulturpolitik, also zu Teilhabe und zur Sichtbarkeit von Künstler:innen mit Behinderung bis zur Einladung an neurodivergente Menschen, ihr Traumfestival zu entwerfen.
Die Konferenz findet erstmals vollständig auf Englisch statt und wird mit Gebärdendolmetschung begleitet.
Die SUSTAIN! ist eine Partnerkonferenz des Reeperbahn Festivals. Zur Teilnahme benötigst du ein Conference oder ein Conference Only Ticket.
Programm
Im Mittelpunkt steht dieses Jahr die Frage: Tun wir als Branche genug für echte Veränderung? Oder verteidigen wir aus Bequemlichkeit und Kostenangst lieber den Status quo? Lena Hansen (Netzwerk Green Events) und Sarah Lüngen (The Changency) eröffnen die Konferenz. Danach geht es um den schmalen Grat zwischen dem moralischen „Müssen“ und dem wirtschaftlichen „Wollen“. Eine Keynote beleuchtet die unbequeme Wahrheit, warum das Festhalten am Alten am Ende teurer wird als jede Transformation – und wie wir durch die radikale Einbindung junger Generationen die Relevanz unserer gesamten Branche für die Zukunft sichern.
Einen weiteren Schwerpunkt bildet der Umgang mit dem „+1 Phänomen“ auf unserer Gästeliste: dem Klimawandel. Unter dem Motto „There’s no glory in prevention“ werfen wir einen Blick auf die realen Bedrohungen durch Extremwetter. Wie schützen wir Crews, Bühnen und das Publikum vor dem Unplanbaren? Hier geht es um Erfahrungsaustausch und konkrete, überlebenswichtige Strategien, um unsere Events klimaresilienter zu machen.
Auch das Thema Inklusion wird als Hebel für soziale Gerechtigkeit in den Fokus gerückt. Warum hängen Barrierefreiheit und Teilhabe in Deutschland noch immer zu oft von freiwilligem, gutem Willen ab? Wir diskutieren mit Künstler*innen, Labels und Veranstaltenden über wirksame Förderstrukturen und den Abbau physischer Barrieren auf und hinter der Bühne – damit Behinderung endlich kein Karrierehindernis mehr ist.
Abgerundet wird das Programm durch einen interaktiven Kreativ-Workshop zum „Fantastival“: Gemeinsam entwerfen wir eine Festivalutopie für neurodivergente Menschen. Ganz ohne Druck, dafür mit viel Raum für Rückzug, alternative Kommunikation und neue Ideen zeigen wir, wie eine reizarme und wirklich einladende Event-Zukunft für alle aussehen kann.
Einlass
Ende:End: 10:45
Survival of the Greenest oder doch Capitalism first? | Warum wir als Branche die Veränderung nicht verhindern können (und sollten)
Sprecher*innen: Speaker:
Frances Fox
Moderation:
Sarah Lüngen & Lena Hansen
Panel Details
Nachhaltigkeit? Unbedingt! Solange alles beim Alten bleibt. Wir wollen den Wandel, aber bloß keine Veränderung. Während die junge Generation Klimagerechtigkeit einfordert, verharrt die Branche oft im defensiven Modus zwischen Kostenangst und Bequemlichkeit.
In dieser von The Changency kuratierten Keynote zeigt Frances Fox, u.a. Founder & Director von Climate Live, wie die Branche den Sprung vom moralischen „Müssen“ zum wirtschaftlichen „Wollen“ schafft. Sie liefert den Realitätscheck, wieso Widerstand zum Prozess gehört und warum das Verteidigen des Status quo am Ende teurer wird als jede Transformation. Das Ziel der Session: Zu verstehen, warum Nachhaltigkeit kein moralisches Extra mehr ist, und wie wir unter anderem durch die radikale Partizipation junger Akteur*innen als Change Agents die Relevanz der gesamten Branche für die Zukunft sichern.
Ende:End: 12:00
Das +1 Phänomen: Klimawandel auf der Gästeliste | Wie Festivals ihre Bühnen, Crew und Crowd vor Extremwetter schützen.
Panel Details
There’s no glory in prevention – oder vielleicht doch? Extremwetter ist eines der am meisten unterschätzten Risiken der Branche, und in den kommenden Jahren wird es immer schwerer zu ignorieren sein. Sicherheitsvorkehrungen kosten: Zeit, Geld, Vorlauf. Sie nicht zu treffen, kann am Ende deutlich teurer werden und im Worst Case tragisch enden. Im Panel sprechen wir über die aktuellen und kommenden Herausforderungen, die der Klimawandel für Großevents mitbringt, und über handfeste Strategien für das vermeintlich Unplanbare: wie werden wir klimaresilient?
Ende:End: 12:45
Mittagspause
Ende:End: 13:45
Inklusion als kulturpolitischer Standard | Warum Teilhabe nicht vom guten Willen abhängen darf.
Panel Details
Inklusion & Barrierefreiheit sind in den Förderstrukturen der deutschen Kultur- und Musikbranche immer noch zu häufig freiwillige Zusatzleistung. Das Panel zeigt anhand internationaler Best Practices, welche kulturpolitischen Weichen und Förderstrukturen wirksam und nötig sind, damit kulturelle Teilhabe auf, vor und hinter der Bühne auch in Deutschland selbstverständlich wird.
Ende:End: 15:00
Nicht mitgedacht = nicht im Lineup. Warum Behinderung kein Karrierehindernis sein darf.
Panel Details
Künstler*innen mit Behinderung sind in der Musikbranche noch immer massiv unterrepräsentiert. Nicht wegen fehlenden Talents, sondern meist schlichtweg aufgrund von vermeidbaren Barrieren, wie nicht barrierefreie Bühnen und Backstagebereiche. Musiker*innen mit Behinderung diskutieren mit Veranstaltenden und Musiklabels, wie inklusive Rahmenbedingungen geschaffen werden können, damit nicht trotz, sondern mit der Behinderung die gleichen Karrierechancen selbstverständlich werden.
Ende:End: 16:15
Workshop: Fantastival – Wie sieht das ideale Festival für neurodivergente Menschen aus?
Panel Details
Wie sähe dein neurodivergentes Traumfestival aus? Wir malen uns gemeinsam eine Festivalutopie aus, in der all unsere Wünsche nach Rückzugsräumen, reizarmer Umgebung und Small-Talk-freiem Networking erfüllt sind. Dabei lernen wir mehr über neurodivergente Bedürfnisse: wie wir sie selbst erfüllen können und was wir von der Musikbranche fordern sollten. Wir malen dazu gemeinsam ganz analog ein Festivalgelände – wer nicht malen kann oder will, kann Ideen auch kleben, kritzeln, schreiben oder mündlich mitteilen. Wir kommen auch miteinander ins Gespräch, aber niemand muss etwas sagen. Die Session richtet sich an neurodivergente Menschen, also Menschen mit Autismus, ADHS, Dyslexie, Dyspraxie, Tourette, Synästhesie oder Hochsensibilität. Eine offizielle Diagnose ist keine Voraussetzung für die Teilnahme. Ihr könnt euch während der Session im Raum bewegen oder ihn verlassen und Stimming Tools verwenden. Im Raum ist es ruhig.
Sprecher*innen 2026
Moderator*innen
Organisationen vor Ort
Kurator*innen
Die SUSTAIN!ability Sessions im Rahmen der Konferenz des Reeperbahn Festivals werden kuratiert von Netzwerk Green Events und The Changency – Agentur für nachhaltigen Wandel. Neu dabei in 2026 im Kurationsteam: die Initiative Barrierefrei Feiern und NeNe, das Netzwerk für neurodivergente Music Professionals

Netzwerk Green Events
Wir gestalten die Zukunft des Veranstaltens. Unser gemeinnütziges Netzwerk treibt den Austausch zwischen Veranstaltungsbranche, Wissenschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft voran und entwickelt praxisnahe Strategien für nachhaltige Events und Strukturen.

The Changency – Agentur für nachhaltigen Wandel
Unsere Herzen schlagen für Musik und Klimaschutz. Egal ob Künstler*innen, Booking Agenturen, Veranstaltende, Labels oder Managements – wir freuen uns über jeden Menschen, der die Musik- und Veranstaltungsbranche gemeinsam mit uns nachhaltiger und fairer gestalten möchte.